Erklärung des Fördersystems in Baden-Württemberg

Aus Volleyball Baden-Württemberg - Wiki
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Einleitung

Die Förderung des Volleyballnachwuchses in Baden-Württemberg beruht auf drei Säulen.

Bezirkskader/E-Kader: U 12/13 Jungen, U 11/12 Mädchen, 2x NVV, 2x SbVV, 4x VLW

Verbandskader/D1/2-Kader: U 14/15 Jungen, U 13/14 Mädchen, je 1x NVV, SbVV, VLW

Landeskader/D3/4-Kader: U 16/17 Jungen, U 15/16 Mädchen, 1x ARGE Leistungssport BadenWürttemberg

Als Grundlage dienen die einzelnen Bezirkskader in den Verbänden. Unterstützt werden diese Maß- nahmen durch die Spielserie. Sie findet in regelmäßigen Abständen (1x monatlich) statt. Hier darf jeder Verein mit Spielern des jeweiligen Jahrgangs erscheinen und teilnehmen. Jeder Spielserientermin ist zweiteilig strukturiert. Zu Beginn gibt es eine Trainingseinheit zu einem bestimmten Thema. Diese wird vom Landestrainer geleitet und durch die anwesenden Trainer unterstützt. Im Anschluss daran findet ein Turnier statt. Dabei geht es darum, dass die Spieler möglichst viel Spielpraxis bekommen.

Zu Beginn eines Kaderjahrgangs wird die Spielform 2:2 praktiziert. Im Laufe der 2 Jahre wird die Spielform bis zum 4:4 weiter entwickelt. Im Mädchenbereich gibt es die Förderungsmaßnahme der Spielserie nicht. Hier wird zentraler in den Bezirkskadern gearbeitet. Am Ende steht der Bezirkskadervergleich, der zur Nominierung der einzelnen Landesverbandskader führt. Ab diesem Zeitpunkt befinden sich die nominierten Jugendlichen im D1/2-Kader. Dieser dauert wiederum 2 Jahre und ist durch die beiden dezentralen Bundespokale als Höhepunkte gekennzeichnet. Nach dem Ende des ersten Bundespokals kommt es zur Sichtung für die Jugendnationalmannschaft.

Am Ende dieser Förderzeit steht dann als nächster Schritt der Übergang in den Baden-Württembergkader an. Im D3/4-Kader gilt es, die besten Athleten eines Jahrgangs auf die Juniorennationalmannschaft beziehungsweise einen möglichen Einstieg in die erste Bundesliga vorzubereiten.

Das wichtigste Ziel unserer Förderung besteht in der Entwicklung von zukunftsträchtigen Auswahlspielern in den verschiedenen Altersklassen (Halle und Beach). Auf dem Weg dorthin werden alle Wettbewerbe (einschließlich Bundespokal) beziehungsweise eingeleitete Maßnahmen systematisch zugeordnet. Gelingt es uns, mit unserem System viele Nationalspieler zu entwickeln, werden zwangsläufig viele Erfolge den arbeitsreichen Weg begleiten und alle davon profitieren.

Dies erfordert natürlich großes Engagement vieler Trainer. Wer sich angesprochen fühlt, bisher aber noch keine Erfahrung im Bereich der Kaderarbeit gemacht hat, kann sich jederzeit im Internet auf den jeweiligen Landesverbandshomepages informieren beziehungsweise einen Kontakt herstellen:

Nordbadischer Volleyball Verband

Südbadischer Volleyball Verband

Württembergischer Volleyball Verband

Talent

„Als sportliches Talent kann eine Person bezeichnet werden, die über (vorwiegend genetisch bedingte) Dispositionen zum Erreichen von hohen sportlichen Leistungen verfügt, die Bereitschaft mitbringt, solche Leistungen auch zu vollbringen, die Möglichkeit dafür in der sozialen Umwelt vorfindet und letztlich mit den erzielten Leistungsresultaten den Eignungsnachweis dokumentiert.“ Ein Talent verkörpert viele Eigenschaften. Die Verknüpfung aller Eigenschaften macht das Besondere und Einmalige eines jeden Talentes aus (z. B. Handlungshöhe = Größe + Sprungkraft). Weitere Talentkriterien, die für den Volleyballsport wichtig sind, werden im Folgenden erklärt.

Talentfindung

"Das Talent kommt nicht zu uns, wir müssen zum Talent!" Jeder Bezirk, jede Region, jeder Verein sollte entsprechend den örtlichen Bedingungen sein Konzept zur Talentgewinnung entwickeln. Die Honorartrainer müssen die Bedingungen vor Ort kennen, analysieren und Lösungen finden. Sie sind die Initiatoren. Die wichtigste Voraussetzung besteht im Vorhandensein eines Vereins, der Jugendarbeit leistet oder leisten will/muss. Von dieser Basis ausgehend sind vielfältige Aktivitäten zu entwickeln, welche neben der inhaltlichen Betreuung vor allem auf die strukturelle Verknüpfung von Schule und Verein abzielen. Die Gewinnung und Förderung neuer Partner so wie die Zusammenarbeit mit ihnen ist hierbei von zentraler Bedeutung. Um neue Spieler für die Vereine zu finden, können die Vereinstrainer Folgendes unternehmen:

  • Schnuppertage Halle/Beach
  • Volleyballfreizeiten
  • Offenen Turniere
  • Bezirksturniere der Altersklassen

Immer wichtiger wird auch die Zusammenarbeit mit den Schulen. Durch das G8 haben Kinder immer weniger Freizeit und verbringen mehr Zeit in der Schule, in der sie „gestaltete Freizeit“ haben. Hier müssen die Vereine ansetzen. Die Kooperation Schule-Verein muss intensiviert werden, so dass die Kinder schon früh zum Volleyball finden, um später auch ihre geringe Freizeit für Volleyball nutzen zu wollen. Jegliche Zusammenarbeit mit den Schulen ist somit für die Vereine von elementarer Wichtigkeit. Die Vereine sollten sich bemühen, die Kinder an eine Schule zu bündeln. Dies bringt den Vorteil, dass die Kinder alle zu gleichen Zeiten trainieren können, da sie alle gemeinsam Nachmittagsunterricht haben. Diese Bündelung setzt aber voraus, dass alle Kinder der Grundschulen bis zum Ende der vierten Klasse gesichtet worden sind und mit den Eltern Absprachen getroffen worden sind. Eine andere Möglichkeit neue Spieler zu finden ist, sich an größeren Sportevents wie beispielsweise Stadtläufen umzuschauen und dort Kinder anzusprechen.