Der Block

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Zusammenspiel Außenblock – Mittelblock

Die Blockpositionen sind Kampfpositionen. Ein passiver, unter Umständen auch schlechter Doppelblock ist einem Einerblock vorzuziehen. Beim Gruppenblock auf den Positionen II und IV bestimmt prinzipiell der Außenblockspieler den Absprungort und muss hohe technische Qualität gewährleisten, d. h. der Außenblocker darf nicht nach außen springen. Der Mittelblocker schließt lediglich an und vergrößert die Fläche. Gegen Angriffe in der Mitte versuchen beide Außenblockspieler an den Mittelblocker anzuschließen, die Ausgangsstellung muss jedoch in erster Linie einen sauberen Außenblock gewährleisten.

Grundorientierungen für Außenblockspieler

  • Dichter Pass: Ball direkt blocken – keine Chance lassen
  • Normaler Pass: Linie ca. 1 m frei lassen – Erfolg suchen
  • Ferner Pass: In die Diagonale rücken und proportional die Linie freigeben (Blocknaht ca. 3 m von der Seitenlinie) – Zone garantieren

Der Mittelblocker ist der Blockorganisator, er entscheidet über die Blocktaktik und steht in ständigem Kontakt mit seinen Außenblockern. Aber auch die Außenblockspieler müssen komplex denken und kämpfen. Block und Verteidigung bilden eine Einheit, trotzdem geht ein möglicher Blockerfolg der taktischen Absprache vor.

Zusammenspiel Außenblock – Blocksicherung

Der Außenblockspieler bestimmt den Absprungort und setzt dadurch (in Abhängigkeit von der Entfernung des Balles zum Netz) Signale für die Blocksicherung. Grundorientierungen für Blocksicherung (ohne direkten Verantwortungsbereich): · Dichter Pass: Linienspieler übernimmt Nahsicherung · Normaler Pass: Linienspieler und blockfreier Spieler zuständig · Ferner Pass: Blockfreier Spieler übernimmt Nahsicherung (Schlag in kurze Diagonale nicht möglich)

Blockstrategie gegen Angriffskombinationen

Zunächst muss der gegnerische Angriffsriegel analysiert werden, um klar zu stellen, wer Vorderspieler ist. Bei Scheinaufstellungen prägt sich der Mittelblocker beim Aufschlag des Gegners die Nummern der Vorderspieler ein und gibt sie aus dem Gedächtnis zu Beginn des K2 an seine Mitspieler weiter. Außerdem stellt er eine Wahrscheinlichkeitsberechnung der Passverteilung für die Blockvorbereitung an. Diese basieren auf Kenntnissen über den gegnerischen Zuspieler bezüglich

  • Verhalten in Stresssituationen
  • Passverdopplung
  • Körpersprache und -haltung
  • Kommunikation mit Trainer und Spieler
  • Zeichengebung
  • Verhalten nach Auszeiten
  • Lieblingsangreifer

in Zusammenhang mit den objektiven Möglichkeiten seiner Angreifer und entsprechend der konkreten Spielsituation (Endkampf, nach Auszeit, nach Fehlern, momentane Spielstrategie des Gegners). Danach wird die Blocktaktik festgelegt. Dabei sollten die Spieler miteinander reden und evtl. das Block/Feldabwehr-System abstimmen. Danach wird die Ausgangsposition, unter Berücksichtigung der Blocktaktik, eingenommen.

Danach gilt es, die Qualität der gegnerischen Annahme einzuschätzen:

  • Bei schlechter Annahme: Konzentration auf Alternativen (hohe Pässe auf Außen, Rückraum); Blockausgangsstellung anpassen
  • Bei guter Annahme: (unter Einbeziehung der Wahrscheinlichkeitsberechnung) Beobachtung mit Blicksprüngen
  • Unmittelbar nach Ballkontakt des Annahmespielers folgt der Blicksprung zum direkten Gegenspieler
  • Anlaufrichtung vorausberechnen, Ausgangsstellung anpassen (evtl. Information durch Rufen weitergeben)
  • Erneut Flugkurve des Balles aufnehmen und beim Zuspieler Spielrichtung lesen; Reaktion und Handlungsvollzug entsprechend Spielrichtung durchführen
  • Nach Abspiel des Zuspielers Flugkurve des Balles zur exakten Bestimmung des Handlungsortes beobachten
  • Blicksprung zum Angreifer (Ball, Körperstellung, Arm und Hand wahrnehmen), Schlagrichtung feststellen, eventuell Schlagrichtung zumachen

Diese Parameter passieren in Bruchteilen von Sekunden. Je besser die Vorbereitung und die Wahrscheinlichkeitsberechnung vor der Annahme war, desto erfolgreicher wird der Block gestellt werden.

Übergabemechanismen

Übernahme Angriffsspieler mit gekreuzten Laufwegen (Blocktechnik: Außenstart)

Kreuzen sich die Laufwege der gegnerischen Angreifer, wird die Zuordnung der Blockspieler ver- ändert.

  • Ausgangsstellung: Der linke Blockspieler (Position IV) ist für den am weitesten links anlaufenden Angreifer, der rechte Blockspieler (Position II) für den am weitesten rechts anlaufenden Angreifer zuständig
  • Entsprechend der Beobachtungsstrategie ist die Ausgangsstellung schnellstmöglich anzupassen (unmittelbar nach Ballkontakt des Annahmespielers, wenn Laufwege klar)
  • Für die Information (Rufen) ist in erster Linie der in der Ausgangsposition zuständige Blockspieler verantwortlich

Übernahme Angriffsspieler ohne gekreuzte Laufwege (Außenstart, ein Schnellangreifer)

  • Geht die Annahme weit Richtung Position II oder IV, so ist es dem Mittelblocker bei einem langen Pass kaum möglich, den Block zu schließen, wenn er seine normale Ausgangsposition beibehält
  • Der Außenblockspieler übernimmt die Ausgangsstellung gegenüber dem Schnellangreifer und springt entweder nach oder wird wieder zum Außenblockspieler, wenn der Schnellangreifer nicht eingesetzt wird (Stemmschritt besser als Nachstellschritt)
  • Der Mittelblocker postiert sich so, dass er beide Außenpositionen erreichen kann und springt gegen den Schnellangreifer nach (als Helfer)

Zuständigkeiten beim Innenstart

  • Aufteilung des Netzes in drei Zonen
  • In erster Verantwortung ist jeder Spieler für seine Zone zuständig
  • Die klassischen Zuordnungen werden mit vielfältigen Optionen vermischt, alle Blockspieler fühlen sich für die gesamte Netzbreite zuständig
  • Alle Blockspieler müssen komplex denken und handeln
  • Die Außenblockspieler versuchen (wie Mittelblocker) eine Blockübermacht am Handlungsort zu erreichen, die Ausgangsstellung ist jedoch zum schnellstmöglichen Erreichen des jeweiligen Außenangreifers ausgerichtet